Bundesnetzwerk „Initiative Phoenix“ ruft zur Petition „Bedarfsgerechte Psychotherapie“ auf!

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„Phoenix“ ist eine Initiative, die von Menschen ins Leben gerufen wurde, die an zum Teil komplexen #Traumafolgestörungen leiden, und die sich zum Ziel gesetzt haben, die Öffentlichkeit auf die unzumutbaren Rahmenbedingungen für #Traumatherapie aufmerksam zu machen.
 
Die „Initiative Phoenix“ will einen Richtungswechsel in der #Gesundheitspolitik – hin zu angemessenen therapeutischen Hilfsangeboten für Menschen nach #Gewalt– bzw. „Missbrauchs“-Erfahrungen.
 
Mehr als 100 Menschen haben sich uns bereits angeschlossen, sowohl Betroffene als auch „Verbündete“ aus privaten und fachlich anerkannten Kreisen.
 
Sie fordern:
 
– Die Änderung von Therapie-Richtlinien, so dass traumatisierte Menschen die Hilfe bekommen können, die sie benötigen, und zwar UNABHÄNGIG von Zeitbegrenzungen, pauschal festgesetzten Therapie“arten“ und retraumatisierenden Gutachter-Verfahren.
 
– Schnelle, unbürokratische Hilfe in Notlagen, wie z.B. übergangsweise Therapiekostenzuschüsse aus öffentlichen Kassen.
 
– Für JEDE und JEDEN die Möglichkeit auf zeitnahe stationäre Aufnahme in GEEIGNETE und genügend finanziell gestützte Therapie-Einrichtungen.
 
– VORRANG DER OPFERHILFE vor dem Schutz und der Betreuung von Täterinnen und Tätern.
 
Die „Initiative Phoenix“ – Initiatorin Johanna Sommer hatte schon vor zwei Jahren (2016) die Petition „Bedarfsgerechte Psychotherapie“ gestartet. Sie richtet sich an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und an 11 weitere Entscheidungsträger; siehe hier: https://www.change.org/p/bedarfsgerechte-psychotherapie
 
Bisher (Stand: 09.02.2018) gibt es 3.657 Unterstützer/innen auf Change.org. Es fehlen noch 1.343 Unterstützer/innen auf Change.org bis zum 5.000-Meilenstein.
 
Positiv, dass sich über 3.000 Unterstützer finden konnten. Warum aber so wenig?
 
Johanna Sommer berichtet in einer E-Mail (03.02.2017): „Es interessieren sich ca. fünfmal soviele Menschen für Fahrradwege, mehr als 20x so viele für fairen Kaffee in der Bahn und über 240.000 Menschen mehr für Jan Böhmermann … als dafür, ob es bedarfsgerechte Therapie bei Traumafolgen gibt.
Das Problem ist eben, dass der GBA, der über Richtlinienänderungen entscheidet, quasi selbstverwaltet wird von denen, die keine Kontingenterweiterungen für Traumatherapie wollen. Die Krankenkassen haben bisher nicht verstanden, dass es sehr viel billiger wäre als die Folgekosten fehlender oder falscher Behandlung oder werden zu sehr unter Druck gesetzt von denen, die an den Folgen verdienen.
 
Noch skurriler ist ja: theoretisch ist die Richtlinie gar kein Hindernis. Die Krankenkassen wären sehr wohl durch die Richtlinie und sowieso gesetzlich dazu verpflichtet, Ihre Therapie zu bezahlen, wenn sie zumindest eine Verschlimmerung der Sympomatiken verhindern hilft. Eben „solange ein Anspruch auf Krankenbehandlung nach SGB besteht“.
Nur wissen die Krankenkassen, dass Betroffene nicht die Kraft haben, sich durch die Instanzen zu klagen, sich dabei zigmal verschiedenen Begutachtungen auszusetzen und das durchzuhalten bis es Teilerfolge geben würde.
Also welchen Grund sollten die Kassen haben… die Verbindung dazu, wie teuer es wird, wenn Sie nach dem erzwungenen Ende ihrer Therapie physisch und psychisch immer kränker werden, scheint einfach nicht zu klappen bei den Verantwortlichen. Ich weiß nicht, wo da die Schnittstellen nicht richtig arbeiten.
Weitere Informationen:
 
Initiative Phoenix
Bundesnetzwerk für angemessene Psychotherapie e.V. http://initiative-phoenix.de
 
Link zu einem YouTube-Video, wo alle Infos kurz zusammengefasst zu sehen sind:

Über den Autor

Willi Schewski
Mensch // Fotograf // Fotojournalist // Videojournalist // Blogger