Der „Fall Pascal“: Gedenkstein – Einweihung für Pascal Zimmer aus Saarbrücken

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Es war einer der spektakulärsten Kriminalfälle der deutschen Nachkriegsgeschichte: Der „Fall Pascal“ (hier via Facebook die ARD-Doku nachschauen). Im Herbst 2001 verschwand der damals fünfjährige Pascal* spurlos. Sein Verschwinden bleibt rätselhaft. Bis heute. Seine Leiche wurde nie gefunden (*siehe weiter unten mehr).

„Gedenkstein gegen das Vergessen“: Am 24.06.2017, also rund sechzehn Jahre nach dem Verschwinden des damals fünfjährigen Pascal Zimmer, gibt es nun einen festen Ort, an dem man des kleinen Jungen aus Burbach und allen Kindern, denen Gewalt angetan wurde, gedenken kann:  Friedhof Schwalbach, Hauptstr. 206, 66773 Schwalbach.

Doch selbst das Errichten der Gedenksteinstätte verlief skandalös: Die „Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V.“ wollte erreichen, dass ein Gedenkstein für Pascal nach Saarbrücken kommt – in den Stadtteil Burbach, wo der Junge aufwuchs.

Der Stein soll ein deutschlandweit einmaliges Mahnmal für ALLE Kinder sein, denen sexuelle Gewalt angetan wurde. Seit dem Jahr 2012 wehrten sich jedoch Politiker und Kirchen in Burbach dagegen, den Stein in Burbach aufzustellen. Die „Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V.“ kämpfte seit dem dafür, dass der Gedenkstein in Saarbrücken aufgestellt wird.

Wie weiter bei Facebook berichtet wird, habe die Initiative … nichts unversucht gelassen (Proteste, Spenden, Gespräche mit der Bürgermeisterin Charlotte Britz, dem damaligen Minister in Saarland, Heiko Maas, Unterschriften- und Flyeraktionen),  den Stein nach Saarbrücken zu bringen. Frau Britz lehnt dies ab, da sie den Missbrauch an Pascal als `nicht erwiesen` ansehe.

„Auch Herr Maas, sämtliche Kirchen und Kindergärten so wie ehrenamtliche Vereine und Organisationen in Saarbrücken haben es abgelehnt, uns zu helfen“, berichtet die Initiative bei Facebook.

Dass der Gedenkstein nun nach einer 6 Jahre dauernden „Odyssee“ einen Platz in Schwalbach und somit im Saarland finde, sei „ein großartiger Erfolg“ für die Initiative.

* Mehr über den „Fall Pascal“

Eine Mitstreiterin der Initiative „schutzlos – wehrlos“ ** war an diesem denkwürdigen Tag in Schwalbach. Was sie zu berichten weiß, siehe folgender Eintrag bei Facebook:

** „schutzlos – wehrlos“ ist eine Gedenkseite für Kinder, die durch Misshandlung, Vernachlässigung oder Missbrauch gestorben sind. Aber auch für die Kinder, welche ein solches Martyrium überlebt haben, jedoch ihr Leben lang gezeichnet sind.

Beitragsfoto: Pascal. Am 30.9.2001 verlässt der 5-jährige Pascal gegen 16 Uhr die elterliche Wohnung in Saarbrücken Burbach. Er wurde am 11.12.1995 geboren, hat kurze blonde Haare, braune Augen, trägt einen blauen Pullover mit langen Armen, eine blaue Jogginghose und blauschwarze Turnschuhe.

Er hat eine Zahnlücke zwischen den Schneidezähnen, ist 1,20 m groß, 18 kg schwer. Eines seiner Beine ist verkürzt, so dass er auf Zehenspitzen geht. Unterwegs ist er mit seinem blau-lila Fahrrad, die Rahmenstange des Fahrrads ist gelb. Vermutlich wollte er zum Burbacher Oktoberfest.

Er gilt bis heute als vermisst. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist er tot. Vermutlich fiel er einem Verbrechen zu Opfer.

Hinweise zu Pascal bitte an die Polizei Saarbrücken, Tel. 0681 – 96 22 135

Quelle: Wikipedia / Initiative GEGEN GEWALT UND SEXUELLEN MISSBRAUCH
an Kindern und Jugendlichen e. V.
Poststraße 18, D-56427 Siershahn
Telefon + Fax 0 26 23 – 68 39
E-mail: info@initiative-gegen-gewalt.de
www.initiative-gegen-gewalt.de

 

Über den Autor

Willi Schewski
Seit 2008: mobile journalist, Multimedia Storyteller. Mobiler Reporter. Fotojournalist. Fotograf. Blogger