Tötungsdelikt in Flensburg: Mädchen (17) erstochen / Weitere Einzelheiten werden bekannt

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ARTIKEL WIRD REGELMÄSSIG AKTUALISIERT! Tötung einer 17-Jährigen: Könnte das Mädchen heute noch leben? // Appell an die Flensburger Politik // 60.000 Euro für Kultur, aber kein Geld für wirksame Präventionsarbeit?
Am 12.03.2018 wurde ein 17-Jähriges Mädchen erstochen – mutmaßlich durch ihren 18-Jährigen Bekannten/Freund. Die Tat führte bundesweit für Aufsehen, nationale und internationale Medien berichten. Nun kommen weitere Einzelheiten an das Licht der Öffentlichkeit. Wie der shz und auch schon vorher die BILD berichtete, soll das spätere Opfer bereits vorher den Notruf und die Polizei alarmiert haben;

Die 17-Jährige soll vor der Tat Anzeigen erstattet haben. Vor einiger Zeit habe sie die Haustür weit aufgerissen und um Hilfe geschrien. Wenig später habe der Mann mit einer blutenden Kopfwunde am Boden gelegen. „Es sah schlimm aus, der Rettungswagen musste kommen.“ – Quelle: https://www.shz.de/19329351 ©2018

Die Mordkommission bittet Bevölkerung um Mithilfe. Den vorliegenden Erkenntnissen nach ist die 17-jährige gegen 17:30 Uhr mit einem Bus am Flensburger Bahnhof angekommen. Sie hat dann vom Bahnhof aus ihren Heimweg zur Wohnung an der Exe angetreten und ist gegen 18:00 Uhr an ihrer Wohnanschrift an der Exe eingetroffen.

Die Mordkommission bittet die Bevölkerung um Mithilfe und fragt:
Wer hat eine Frau mit der hier dargestellten auffälligen Bekleidung am Montag den 12.03.2018 im Zeitraum von ca. 17:30 Uhr bis ca. 18:00 Uhr auf ihrem Heimweg gesehen? Gibt es Beobachtungen, dass diese Frau auf diesem Weg (Bahnhof – Zur Exe) in Kontakt mit anderen Personen getreten / in Begleitung gewesen ist?

Gibt es auf den möglichen Wegstrecken Videoaufzeichnungen / Fotomaterial, die hierüber Aufschluss geben könnten? Sind durch Zufall Video- oder Fotoaufnahmen auf Smartphones oder anderen technischen Einrichtungen vorhanden?

Die Polizei setzt dringend auf die Mithilfe aus der Bevölkerung! Jeder Hinweis kann helfen. Zeugen und Hinweisgeber melden sich bitte unverzüglich unter 0461/484-0 bei der BKI Flensburg. Foto oder Videoaufnahmen können der Polizei auch mit dem Hinweis „Exe.Flensburg“ auf sh.hinweisportal.de übermittelt werden.

Foto: Die Bekleidung des Opfers. Wer hat die junge Frau mit der dargestellten Bekleidung auf ihrem Heimweg gesehen? Quellenangabe Polizeidirektion Flensburg

Chronologie: Was ist geschehen?
25.03.2018: Wie der shz und auch schon vorher die BILD berichtete, soll das spätere Opfer bereits vorher den Notruf und die Polizei alarmiert haben;

Die 17-Jährige soll Anzeigen erstattet haben. Vor einiger Zeit habe sie die Haustür weit aufgerissen und um Hilfe geschrien. Wenig später habe der Mann mit einer blutenden Kopfwunde am Boden gelegen. „Es sah schlimm aus, der Rettungswagen musste kommen.“ – Quelle: https://www.shz.de/19329351 ©2018

Wie die Staatsanwaltschaft Flensburg am 14.03.2018 mitteilte, hätte die Auswertung der ersten Spurenlage einen Tatverdacht gegen einen 18-jährigen Mann ergeben. Bei den Tatverdächtigen soll es sich um einen abgelehnten Asylbewerber aus Afghanistan handeln. Die Entscheidung über den Asylantrag sei aber noch nicht rechtskräftig. „Das Verfahren läuft noch“, hieß es bei der Staatsanwaltschaft Flensburg.

Der Tatverdächtige wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Flensburg vorläufig festgenommen. Gegen ihn wurde durch das Amtsgericht Flensburg am 13.03.2018 Haftbefehl wegen Totschlags erlassen.

Die Obduktion des Opfers, die am 13.03.2018 von den Rechtsmedizinern der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel durchgeführt wurde, hat ergeben, dass die Verletzungen für eine Fremdeinwirkung sprechen. In übereinstimmende Medienberichten heißt es am 15.03.2018, dass es sich um eine „Beziehungstat“ handeln solle.

Das berichten andere Medien:

19.03.2018: Kommunikationsforscher erklärt, warum Menschen Kriminalität verzerrt wahrnehmen
Die Jugendkriminalität sinkt. Und doch äußern sich nach den Bluttaten der vergangene Monate Menschen besorgt zur Entwicklung der Gewalt von Jugendlichen. Verwunderlich ist das nicht, sagt Kommunikationswissenschaftler Hans-Bernd Brosius im stern-Interview.

17.03.2018: Im BILD Podcast wird berichtet, das das getötete Mädchen aus sogenannten „schwierigen Verhältnissen“ stamme. Ihr Vater wäre früh verstorben, mit der Mutter hätte sie kein gutes Verhältnis gehabt, sie wäre in Heimen gewesen.

16.03.2018: Die Stunde der Populisten – Zur Messertat von Flensburg
Carlo Jolly, Leiter der Flensburger Lokalredaktion, kommentiert: Hat Flensburg jetzt ein Problem? Oder ist die Stadt im Herzen der deutsch-dänischen Vorzeigeregion, wo Minderheitenschutz zum guten Ton gehört, nun in der harten Realität angekommen? Es war im Herbst 2015, als Flensburgs Bahnhof ein Synonym edler Hilfe wurde – mit Wasser, Wollpullis und Transit-Betten. 50.000 Flüchtlinge strandeten hier – unterwegs ins Land der humanistischen Weltmacht Schweden. – Quelle: https://www.shz.de/19343291 ©2018

15.03.2018: Spielten religiöse Motive, die zur Tat führten, eine Rolle? Die «Bild»-Zeitung zitierte in ihrer Online-Ausgabe eine Freundin des Opfers: «Ahmad und Mireille waren seit dem 30. Januar 2016 ein Paar. Es gab häufiger Streit. Er wollte, dass sie immer ein Kopftuch trägt und zum Islam konvertiert. Wenn sie hin und wieder ohne Kopftuch rumlief, gab es Streit.» – Quelle: nnn

15.03.2018: Bei der Flensburger Staatsanwaltschaft heißt es: „Ob Religion eine Rolle spielte, lasse sich derzeit nichts sagen. «Wir werden selbstverständlich alles überprüfen, was uns wichtig erscheint.»

15.03.2018: Laut dpa sollen die Getötete und der mutmaßliche Täter bis zuletzt vom Jugendamt betreut worden sein. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge würden in Flensburg in geeigneten Wohneinrichtungen untergebracht und mit Vollendung des 18. Lebensjahres in Wohngruppen untergebracht werden.

14.03.2018: Benita von Brackel-Schmidt von „Refugees Welcome Flensburg“ wurde dpa zu dem Fall gefragt, sie äußert sich wie folgt zu dem Verbrechen: Nach ihrem Kenntnisstand sei… „der mutmaßliche Täter als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen. Er „wurde von den Behörden betreut. Es stellt sich die Frage nach der Qualität der Betreuung. Gab es psychologische Betreuung?

Benita von Brackel-Schmidt sagt: Es fehle „`oft an Personal oder … an Qualifikationen. Das eigentlich ausreichende Geld könnte effektiver eingesetzt werden für eine gelingende Betreuung“. In „Liebesfragen“ gebe es zwischen deutschen Jugendlichen und Afghanen kulturelle Unterschiede“. Quelle: WELT Hier mehr: http://bit.ly/2pc7mns

13.03.2018: BILD meldete, dass das getötete Mädchen „vor ein paar Monaten (nur noch) …. mit Kopftuch vor die Tür (ging) und sich sehr zurückhaltend (verhielt).“

13.03.2018: Laut „Flensburger Tageblatt“ habe es immer wieder lauten Streit gegeben: „Auch körperlich sind die beiden aneinander geraten.“ Am Tattag sollen gegen 18 Uhr laute Schreie aus der Wohnung zu hören gewesen sein.

Parteien kritisieren AfD-Äußerung. KN

Von der Politik kommt dieses:
15.03.2018: Claus Schaffer (AfD), schreibt in einer Pressemitteilung: „Wenn kulturelle Unterschiede Tötungsdelikte nach sich ziehen, ist das ein Alarmsignal“ )…) „Sollte die Tat von Flensburg tatsächlich von einem jungen Mann aus Afghanistan begangen worden sein, der bei uns als abgelehnter Asylbewerber lebt, würde sie sich nahtlos in jene Reihe von Tötungsdelikte einfügen, die zuletzt an jungen Frauen in Freiburg, Kandel und Berlin begangen wurden. Denn auch bei diesen ist der Tatverdächtige jeweils ein junger Mann aus einem islamischen Herkunftsland und das Opfer ein Mädchen oder eine junge Frau aus Deutschland.“ (hier lesen)

Parteien kritisieren AfD-Äußerung. KN

Medien-KRITIK: Thema Gewalt/Gewaltprävention in der Presse:
Arbeiten Medienschaffende unsauber (so auch in dem Fall „* Tötungsdelikt an 17-Jähriger“ in Flensburg)? Sven Fischer schreibt in seinem Blog: „Ich bin der Meinung, dass alle `Expertenrunden´ zum Thema Mörder/(Gewalt-)Straftäter, entsprechende Mediendiskussionen und Präventionsprogramme immer über Kindheitshintergründe von Tätern und Täterinnen sprechen müssen (was sie leider nach meiner Wahrnehmung vor allem in den Medien oft nicht tun). Wenn sie dies nicht tun, arbeiten sie letztlich unsauber/uninformiert oder stellen sich blind.“

Man erinnere:
Vor knapp einem Jahr wurde in Flensburg ein 20 Jähriger erstochen, vor seiner Haustür. Doch damit nicht genug Schreckensnachrichten:

Am 13.03.2018 haben zwei Jugendliche mit einem kurzen Besenstiel auf einen Schüler eingeschlagen und versuchte ihn mit einem mitgeführten Messer zu verletzen. Der junge Mann liegt mit Kopfverletzung im Krankenhaus. Er hätte aber auch tot sein können, erstochen.

Vor Kurzem (10.03.2018) wurde in Berlin ein 14-Jähriges Mädchen von einem 15-Jährigen aus dem Bekanntenkreis erstochen.

Am 20.02.2018 hat ein Afghane ein gleichaltriges deutsches Mädchen in einem Supermarkt in Kandel erstochen.

Am 23.02.18 ersticht in Dortmund ein 16-Jähriges Mädchen ihre 15-Jährige Bekannte.

Über den Autor

Willi Schewski
Mensch // Fotograf // Fotojournalist // Videojournalist // Blogger

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