Achtung Sekte! Warnung vor dem „Bruno Gröning Freundeskreis“

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Polizei, Kirche und Mediziner warnen vor selbsternannten Heilern // In einigen Flensburger Briefkästen lagen in den letzten Tagen Werbezettel für eine Filmvorführung am 7.10.2018 sowie Informationsveranstaltung (09.10.2018) im Hotel am Fjord (Wilhelmstraße 1) aus: „Das Phänomen Bruno Gröning. Die Sensation von 1949 – heute wieder hochaktuell“. Veranstalter ist, laut Werbezettel, der „Bruno-Gröning-Freundeskreis“ und der „Kreis für natürliche Lebenshilfe e. V.“. Vor den Veranstaltern wird ausdrücklich gewarnt, das, was als „es gibt kein Unheilbar – Gott ist der größte Arzt!“ angepriesen wird, ist Quacksalberei und hinter dem „Freundeskreis“ verbirgt sich eine Sekte.

Gerade Menschen in schwierigen Lebenslagen könnten sich in die Fänge der Sekte verheddern. Heide-Marie Cammans, Leiterin des Sekten-Infos in Essen, sagt: „Erwartet wird die Unterwerfung unter ein geschlossenes Weltbild, was für die Betroffenen katastrophale Folgen haben kann.“ Ferner berichtet sie:

Akute Gefahr besteht für kranke Menschen, die zugunsten Bruno Grönings auf medizinische Behandlung verzichten. Die Leiter verlangen dies zwar nicht explizit, legen es aber durch Berichte von Heilungen nahe. Krankheiten werden umgedeutet, Schmerzen zu „Regelungschmerzen“ erklärt und als Heilungserfolge interpretiert.“ Quelle: AGPF.de

„In der Vergangenheit einige Todesfälle im Zusammenhang mit dieser Gruppierung“
Die im Bruno Gröning Freundeskreis beworbene Lehre besagt, dass es „kein unheilbar“ gebe. Nur wer vom göttlichen Weg abkäme, der wird krank. Man müsse „den Willen zur Gesundheit haben, dann wird man auch gesund, egal unter welcher Erkrankung man leidet“.

Zweifel seien nicht erlaubt, auch Angehörige dürften keine Zweifel haben, das verhinderte die Heilung. Man dürfe auch nicht an seine Erkrankung denken.

Bei Sekten-Info-NRW heißt es: „Es gab in der Vergangenheit einige Todesfälle im Zusammenhang mit dieser Gruppierung, z.B. Menschen, die an die wundersame Heilung geglaubt haben und deshalb ihre Medikamente abgesetzt haben. Geworben wird neuerdings über den Verein `Kreis für natürliche Lebenshilfe`“.

Illegale verdeckte Geschäfte
„Gott ist der grösste Arzt“: Wer solche Formulierungen zu Werbezwecken benutzt, macht meist auch mit der Heilkunde verdeckte Geschäfte. Aus guten Gründen ist Heilbehandlung ohne staatliche Zulassung verboten. Bruno Gröning ist deshalb mehrfach verurteilt worden:

1955 wurde Gröning … wegen Verstößen gegen das Heilpraktikergesetz angeklagt (Landgericht München II, Urteil vom 14.–16. Januar 1958, Az. 7 Ns 498/57, Staatsarchiv München, Akte der Staatsanwaltschaft 3178a). Ferner wurde ihm die fahrlässige Tötung eines 17-jährigen lungenkranken Mädchens im Jahr 1949 zur Last gelegt. Die erste Instanz verurteilte ihn wegen Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz zu 2000 DM Geldstrafe, sprach ihn aber vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei.

Das Landgericht München II verurteilte ihn zweitinstanzlich wegen Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz und wegen fahrlässiger Tötung zu einer Gesamtstrafe von acht Monaten auf Bewährung sowie 5000 DM Geldstrafe. Über die von Gröning eingelegte Revision wurde wegen seines Todes nicht mehr entschieden.

IMG_2103UN-Preis vorgetäuscht
Auf dem Webezettel wird behauptet, dass der Bruno Gröning-Freundeskreis 2013 den „Peace Pole Award“ erhalten haben soll, von „der an die Vereinten Nationen (UNO) angegliederten `World Peace Prayer Society (WPPS)`“. Angegliedert an die Vereinten Nationen bedeutet allerdings nicht „von“ der UNO. Tatsächlich hat der Preis nichts mit der UNO zu tun.

Es kann keine Rede davon sein, dass die Organisation WPPS der UNO „angegliedert“ ist. „Angegliedert“ ist zum Beispiel die UNESCO.

Laut Website www.worldpeace.de ist

„Die World Peace Prayer Society … eingetragen als Nichtregierungsorganisation beim Department of Public Information der Vereinten Nationen in New York.“

WPPS ist also lediglich eine der zahllosen Nichtregierungsorganisation (NGO), die bei der UNO registriert sind. In der Website wird die Verleihung wegen Gröning nicht erwähnt. Wohl aber wird behauptet, man habe einen „Friedenspfahl“ „bei der UNO“ aufgestellt. Quelle: AGPF.de

Fazit und Warmung durch die Polizei
Wie aus dem Oberen ersichtlich ist, sollten Flensburger vorsichtig sein, wenn sie genannte Werbezettel in ihrem Briefkasten vorfinden. Sie sollten diese ignorieren und „gleich in den Papierkorb werfen“, rät Wolfgang Jungnitsch, Sprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen. „Man sollte auf den gesunden Menschenverstand setzen.“ Verhindern kann die Polizei Veranstaltungen wie diese aber nicht. „So lange nichts offenkundig Strafbares vorliegt, können wir nichts machen“, sagte der Polizeisprecher. Quelle: hna.de

Foto: Scan des Werbezettels

Über den Autor

Willi Schewski
Mensch // Fotograf // Fotojournalist // Videojournalist // Blogger

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