Antisemitismus-Vorwurf: Kritik an Echo-Preisträger „Kollegah“ und Farid Bang reißt nicht ab!

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// Text aktualisiert! //

"Die wollen diesen Krieg, die kriegen diesen Krieg." Kollegah
Rapper Felix Martin Andreas Matthias Blume (Künstlername Kollegah) hat sich - mal wieder - mächtig Ärger eingehandelt. Grund unter anderem diese Textzeile:

Steig' ich in die Bahn, dann um ein'n Opa zu schlagen
Um ihn in Ohnmacht zu schlagen? Nein, ihn ins Koma zu schlagen
Mit dem Sprengstoffgürtel auf das Splash-Gelände
In die Menschenmenge und kill' sechzig Menschen
Und nach einem Schlag denkst du, dich hätt' ein LKW überfahr'n
Als wärst du aufm Weihnachtsmarkt
“ (...) Zitat aus "Drecksjob" Farid Bang & Kollegah

200.000 mal verkaufter Dreck
Dieser "Kunst"-Dreck (der Verfasser erlaubt sich seine freier Meinung zu äußern!) befindet sich auf dem Album "Jung, brutal, gutaussehend 3" der beiden Deutschrapper "Kollegah" und Farid Bang (bürgerlich Farid Hamed El Abdellaoui),. Es hat sich seit der Veröffentlichung im Dezember 2017 bereits knapp 200 000 Mal verkauft – und ist damit das kommerziell erfolgreichste Rap-Album des vergangenen Jahres.

Neben dieser Verherrlichung von Gewalt, enthält das Album mutmaßlich antisemitische Texte. Untermauert wird der Vorwurf auch in einer Doku des WDR: "Die dunkle Seite des deutschen Rap." Da heißt es: "Über Antisemitismus im deutschen Rap wird nicht nur in der Musikszene heftig debattiert. Wer sind die Akteure? Um was geht es in den Rap-Texten wirklich? Wirklich um Judenhass?" Zu Wort kommen darin u.a. Spongebozz, PA Sports, Erfan Bolourchi und Kollegah.

Rapper "Kollegah" und Farid Bang streiten sich jetzt mit der BILD: Aufgrund der Textzeilen wie „Mein Körper definierter als von #Auschwitz-Insassen“ und „Durchtrainiert wie Ausschwitz-Insasse“ (Album: "Jung, brutal, gutaussehend 3" ) droht den Beiden der Ausschluss von der Verleihung des größten deutschen Musikpreises, des Echos. Laut „Bild“ könnten die gerappten Worte Teil einer Wette gewesen sein. Eine Wette?

Kollegahs Reaktion (auf die BILD-Kritik): ANSAGE AN BILD, RTL und co. - die Medien gegen Kollegah und Farid Bang

Bei Meedia lesen wir: "Die wollen diesen Krieg, die kriegen diesen Krieg. Wir werden sehen, wer am Ende gewinnt. Die Medien müssen sich bewusst machen, dass sie nicht mehr in der Position sind, in der sie noch vor ein paar Jahren waren. Sie sind nicht mehr die Meinungsmacher, der Filter, der der Bevölkerung die Meinung aufdrückt. Die Leute sind heute wach. In Zeiten von Streaming und YouTube macht sich jeder sein eigenes Bild (…). Sei ein Teil. #AlphakellerBanger gegen Mainstream Medien“ Quelle: Meedia

Die Reaktion von der "Recherche-& Informationsstelle Antisemitismus" (RIAS) folgte:

"Kollegah" stellte seine mündliche Stellungnahme bei Facebook ein:

KOLLEGAH hatte am 2. Februar 2017 einen OFFENER BRIEF an Daniel Neumann vom Zentralrat der Juden geschrieben. Der Hintergrund wurde in der Doku "Die dunkle Seite des deutschen Rap." aufgezeigt, die Vorwürfe des Antisemitismus wiegen schon länger.

Stellungnahme Farid Bang zu den Antisemitismus-Vorwürfen:

Reaktionen anderer:

Rüdiger Sünner schreibt bei Facebook: "Eine neue Form des Antisemitismus scheint wie ein Krake auch in den Pop-Subkulturen und Schulen zu wachsen, gegen die Politiker, Lehrer, Journalisten und Sozialarbeiter (noch) nicht so recht ankommen. Umso dringlicher wirken die Appelle des klugen Islam- und Jugendforschers Ahmad Mansour (https://www.facebook.com/mansour.ahmad) der diese Gefahr schon länger erkannt hat und zu einer wesentlich stärkeren Integrierung solcher Themen in die Lehrpläne aufruft"

Joachim Stiller Münster meint, der Antisemitismus hätte seinen "geistig spirituellen Hintergrund" in dem "fürchterliches Buch des Holländers Robin de Ruiter "Die 13 satanischen Blutlinien - Die Ursache vielen Elends und Übels auf Erden" Siehe YouTube https://www.youtube.com/watch?v=wxYwJ5F5db4

Peter Stauber schreibt bei Amazon:
"Mein Sohn hört solche ``Musik'' an, absoluter Müll, gewaltverherrlichend, diskriminierend, homophob et cetera. Die ganzen Kinder reden natürlich von ``Image'', aber um solche ``Musik'' zu produzieren und vor allen Dingen zu hören, identifiziert man sich im Unterbewusstsein sehr wohl mit solchen Themen. Ich habe es meinem Sohn trotzdem gekauft, Verbote sind lächerlich. Außer pubertierenden Jugendlichen hört sich sowas auch kein reifer Erwachsener mit Hirn an. Mit dem Alter kommt die Reife und man begreift, wie peinlich solche ``Musik'' ist. Habe mir von einem auch ein Interview kurz angehört, kann kaum einen Haupt- mit einem Nebensatz verknüpfen, genau das richtige Spatzenhirn für solche aufmerksamkeitsdefizitäre Musik."

Info:
Die Vorwürfe gegen den Rapper, er würde Antisemitismus, Homophobie und Gewalt gegen Frauen propagieren und zu Gewalt gegen Minderheiten und Schwächere aufrufen, begleiten ihn seit Beginn seiner Rapp-Karriere und sind ausführlich dokumentiert. Ebenso sind seine Gewalttätigkeiten bekannt: Strafprozess wegen Körperverletzung im Jahr 2013 und tätliche Auseinandersetzung mit einem Fan im Jahr 2017.

Foto: Facebookprofil Kollegah

Nachtrag:

19.04.2018:

17.04.2018: Marius Müller-Westernhagen will nach den Antisemitismus-Schlagzeilen um den Musikpreis Echo alle seine Trophäen zurückgeben. Das kündigte der Musiker auf Facebook an.

Dazu ein Kommentar eines Nutzers bei Facebook:
Patrick Niemeier: "Und das ist gut so...Ich kann keinen ernsthaften Musiker verstehen, der auf diesen Preis stolz ist, wenn dafür ständig fragwürdige Bands und Interpreten nominiert oder sogar ausgezeichnet werden. Das zusammen mit der aufgeblasenen, albernen Inszenierung verleitet nur zu Fremdscham. (...)"

16.04.2018:
Angesichts der heftigen Kritik nach der Echo-Verleihung hat der Veranstalter, der Bundesverband Musikindustrie (BVMI), am 15.04.2018 angekündigt, das Konzept zu überarbeiten. Einige Preisträger haben inzwischen ihren Echo aus Protest gegen die Auszeichnung der Rapper Kollegah und Farid Bang zurückgegeben, so unter anderem der als "fünfter Beatle" bekannte Musiker und Grafiker Klaus Voormann. Dieser hatte die Auszeichnung für sein Lebenswerk erhalten.

Währenddessen kritisieren Peter Maffay und Wolfgang Niedecken die Echo-Verleihung an Kollegah und fordern weitere Konsequenzen:

Über den Autor

Willi Schewski
Mensch // Fotograf // Fotojournalist // Videojournalist // Blogger

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